Nachhaltige Wärme aus der Tiefe
In den kommenden Herbst- und Wintermonaten sind spezielle Mess-LKW in unserer Gemeinde unterwegs
Diese „Vibro-Trucks“ sind Teil von Voruntersuchungen für ein zukunftsweisendes Geothermieprojekt in der Thermenregion.
Ziel des Projekts ist es, natürliches heißes Wasser in rund 3.000 Meter Tiefe als regionale, erneuerbare Wärmequelle zu nutzen. Um diesen Wärmeschatz zu heben, möchte die EVN bis 2035 zwei Geothermieanlagen in der Thermenregion errichten. Damit können langfristig tausende Haushalte über unsere bereits bestehenden Naturwärmenetze mit nach-haltiger Energie versorgt und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern weiter reduziert werden. Für die Planung sind genaue Untersuchungen des Untergrunds notwendig. Dafür kommt die sogenannte Vibrations-Seismik zum Einsatz – ein seit Jahrzehnten bewährtes Verfahren. Die Messfahr-zeuge erzeugen kontrollierte, technisch überwachte Vibrationen, aus deren Daten Geowissenschaftler ein präzises Bild des Untergrunds erstellen.
Die Arbeiten finden tagsüber statt, dauern an jedem Messpunkt nur wenige Minuten und beeinträchtigen den Verkehr nur geringfügig.
Mit diesen Untersuchungen wird ein wichtiger Schritt gesetzt, um die Wärmeversorgung unserer Region nachhaltig, sicher und unabhängig für kommende Generationen zu gestalten.

Wir freuen uns über Ihre Fragen an geothermie@evn.at
Alle Details zum Projekt finden Sie auf geowaerme-noe.at
Auf dem Weg in eine erneuerbare Energiezukunft ist der Wärmebereich eine der großen Herausforderungen. Hier müssen wir heute aktiv werden, um uns auch in Zukunft nachhaltig und sicher mit eigener Energie versorgen zu können. Die gute Nachricht: Wir sitzen buchstäblich auf einem „Wärmeschatz“: Unter unseren Füßen, in mehreren Kilometern Tiefe, liegen wasserführende Gesteinsschichten, die natürliche Wärme speichern. Bei der Tiefen-Geothermie geht es darum, diese Energie zu nutzen. Über zwei Bohrungen wird heißes Wasser aus rund 3.000 Metern Tiefe an die Oberfläche gefördert, seine Wärme in Wärmetauschern an das Fernwärmenetz abgegeben und das abgekühlte Wasser in einem geschlossenen Kreislauf zurück in die Tiefe geleitet. So entsteht eine langfristig nutzbare, heimische Energiequelle, die unabhängig von fossilen Importen das ganze Jahr verfügbar ist.
Die EVN verfolgt mit dem Geothermieprojekt in der Thermenregion das Ziel, die regionale Fernwärmeversorgung nachhaltiger und langfristig sicher zu gestalten. Tiefen-Geothermie soll neben der Biomasse einen wesentlichen Beitrag in den Naturwärmenetzen leisten, die Versorgungssicherheit erhöhen und Preisschwankungen abfedern. Geplant ist die Errichtung von zwei Geothermieanlagen bis 2035. Nach erfolgter Standortfindung ist der Baubeginn der ersten Anlage für 2029 vorgesehen.
Die EVN hat auf der Suche nach einem geeigneten Geothermiestandort durch das Forschungsprogramm GeoWärme Niederösterreich schon erste wichtige Erkenntnisse gewonnen. Ein nächster Schritt ist die sogenannte Vibrationsseismik, die im kommenden Herbst startet. Dabei fahren Spezial-Lkw entlang vorgeplanter Messstrecken und erzeugen über hydraulische Rüttelplatten kurzzeitige, kontrollierte Vibrationen. Die so erzeugten Schallwellen durchdringen den Untergrund, werden von Gesteinsschichten reflektiert und von eingebrachten Sensoren, sogenannten Geophonen, aufgezeichnet. Aus diesen Daten erstellen Geowissenschaftlerinnen und Geowissenschaftler detaillierte Modelle des Untergrunds, die für die exakte Planung von Bohrungen und Anlagen unverzichtbar sind.
Die Messkampagne erstreckt sich über mehr als 330 Kilometer in über 60 Gemeinden. Eine der Untersuchungsstrecken wird auch durch das Gemeindegebiet von Ebreichsdorf führen. Die Messungen erfolgen tagsüber, finden überwiegend auf öffentlichen Straßen oder Forstwegen statt und dauern an jeder Messstelle nur etwa eine Minute. Danach fährt der Wagen ein kurzes Stück weiter. Die spürbaren Vibrationen sind mit einer Straßenwalze oder einer vorbeifahrenden Straßenbahn vergleichbar. Während der Messung bleiben die Straßen grundsätzlich befahrbar.
Tiefen-Geothermie ist in Europa seit Jahrzehnten erprobt und wird beispielsweise in Deutschland, Frankreich oder Ungarn erfolgreich genutzt. Auch in Österreich gibt es seit vielen Jahren erfolgreiche Geothermie-Projekte – etwa in Ried im Innkreis. Weiterführende Informationen zum Projekt und aktuelle Informationen über die Messkampagne gibt es auf www.geowaerme-noe.at
Messgerät für Vibroseismik